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...und ein einziger Ton weinte in einem Frühling...

Werktitel
... und ein einziger Ton weinte in einem Frühling ...
Untertitel
Violinkonzert
Komponist:in
Entstehungsjahr
2009
Dauer
17m
Genre(s)
Neue Musik
Gattung(en)
Orchestermusik
Besetzung
Soloinstrument(e)
Orchester
Besetzungsdetails

Orchestercode: Vl - 2/2/2/2 - 4/2/2/0 - 2 Perc - Str

Solo:
Violine (1)
Flöte (2), Oboe (2), Klarinette (2), Fagott (2), Horn (4), Trompete (2), Posaune (2), Perkussion (3), Streicher

Art der Publikation
Manuskript

PDF-Preview (Partiturausschnitte): Thomas Wally (Homepage)
Hörbeispiel: Thomas Wally (Homepage)

Beschreibung
"Meinem Violinkonzert ...und ein einziger Ton weinte in einem Frühling... liegt eine Passage aus Jean Pauls Roman Flegeljahre zugrunde. Das Stück, welches ich für den Helmut Sohmen Kompositionswettbewerb (2009) komponierte, musste laut Wettbewerbsausschreibung einen Haydn-Bezug aufweisen. Mir war von Anfang an klar, dass ich nicht „direkt“ bei Haydn ansetzen würde – ein Zitat kam für mich nicht in Frage. Als ich zum ersten Mal die Ausschreibung dieses Wettbewerbs  las, hatte ich zunächst eine klare, durchsichtige, heitere, kunstfertig ausgeführte Komposition vor Augen; eine Komposition mit all jenen Attributen, mit denen Haydns Musik heutzutage großteils behaftet ist. Je länger ich darüber nachdachte, wurde mir bewusst, dass ich Haydns Musik derart eigentlich nicht bzw. nicht ausschließlich empfinde, sondern dass meine ersten Gedanken nur die gängige Haydn-Rezeption  widerspiegelten.  Als  ich  mich  nun  mit  der  Rezeption  Haydns  beschäftigte, stieß ich auf die unten angeführte Passage, die genauso gut auch über Beethovens Musik hätte geschrieben werden können: „Eben stellte sich der Buchhändler Paßvogel grüßend neben den Notar, als Haydn die Streitrosse seiner unbändigen Töne ließ in die enharmonische Schlacht seiner Kräfte. Ein Sturm wehte in den andern, dann fuhren warme, nasse Sonnenblicke dazwischen, dann schleppte er wieder hinter sich einen schweren Wolkenhimmel nach und riß ihn plötzlich hinweg wie einen Schleier, und ein einziger Ton weinte in einem Frühling, wie eine schöne Gestalt.“

Ich beschloss, diese Passage als Grundlage für meine Komposition zu nehmen. Die Komposition, die nun zwischen November 2008 und Februar 2009 entstand, stellt keine Vertonung der Passage von Jean Paul im Sinne einer Symphonischen Dichtung dar. Viel mehr diente mir dieser Textabschnitt als inspirierender Ausgangspunkt und begleitete mich quasi im Hintergrund als Impulsgeber für Assoziationen durch die Komposition meines Werkes. Die so entstandene Komposition klingt nun ausschließlich nach Thomas Wally und kein bisschen nach Joseph Haydn, steht aber dennoch auf eine in meinen Augen höchst sinnvolle Art mit Joseph Haydn in Verbindung.

...und ein einziger Ton weinte in einem Frühling... für Violine und Orchester ist Bojidara Kouzmanova, der Geigerin der Uraufführung gewidmet und ging als Siegerstück des Helmut Sohmen Kompositionswettbewerbs hervor."
Werkeinführung, Thomas Wally, abgerufen am 03.11.2021 [http://www.thomaswally.com/assets/we_und-ein-einziger-ton.pdf]

Widmung: Bojidara Kouzmanova

Uraufführung
28. November 2009 - Radiokulturhaus; Großer Sendesaal
Mitwirkende: Bojidara Kouzmanova (Violine), Webern Symphonie Orchester (der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien), Uros Lajovic (Dirigent)

Auszeichnung: 2009 Helmut Sohmen Kompositionspreis

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 9. 11. 2021): Wally Thomas . ...und ein einziger Ton weinte in einem Frühling.... In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db20.musicaustria.at/node/157626 (Abrufdatum: 20. 6. 2024).