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Charmant Rouge

Name der Organisation
Charmant Rouge
auch bekannt unter
Le Charmant Rouge
erfasst als
Band
Quartett
Genre
Pop/Rock/Elektronik
Bundesland
Burgenland
Charmant Rouge

Charmant Rouge © David Klein

Gründungsjahr: 1996

1996 in Eisenstadt gegründet, entwickelte sich Charmant Rouge schnell zu einem der wichtigsten musikalischen Protagonisten rund um die Cselley-Mühle im burgenländischen Oslip. Die Band hat bisher drei Alben plus eine Neuflage ihres Albums "Winzer" aus dem Jahr 2002 veröffentlicht und wurde nicht offiziell aufgelöst. Zuletzt trat Charmant Rouge im Jahr 2021 bei einer einzigen Show in der Originalbesetzung auf.
Verena Platzer (2023)

Auszeichnungen

2005 Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten: Förderprogramm "The New Austrian Sound of Music 2006–2007"

Bandmitglieder

1996–heute Robert Pinzolits (Elektrische Gitarre, Schlagzeug, Synthesizer, Arrangements)
1996–heute Thomas Pronai (Elektrische Gitarre, Arrangements)
1996–heute Andreas Berger (Bassgitarre, Synthesizer, Arrangements, Programmierung)
2003–heute Oliver Stotz (Elektrische Gitarre, Elektronik)

ehemalige Mitglieder
1996–2002 David Kleinl (Stimme, Synthesizer, Video)
2002–2003 Christian Egger (Elektrische Gitarre, Elektronik)

Pressestimmen (Auswahl)

06. März 2023
über: Winzer - Le Charmant Rouge (Neuauflage; Konkord, 2023)
"»Winzer« weckt bei seiner Wiederveröffentlichung viele Erinnerungen und funktioniert 2023 ziemlich genau so, wie bei seiner Erstveröffentlichung vor ca. 20 Jahren. Die Musik steht heute wie damals für sich und das, obwohl – und davon zeugen nicht nur die ausführlichen Liner-Notes – es eigentlich viel drum herum zu erzählen gibt. Das Album war der konzentrierte Neubeginn einer bereits seit einigen Jahren umtriebigen Band, deren Mitglieder auch sonst äußert aktiv waren. Die noisigen, krachigen Elemente wurden für »Winzer« zurückgelassen, der durchaus dekonstruierende Zugang blieb. Er ist dem internationalen musikalischen Schaffen zwischen Kraut- und Postrock, auf das sich Le Charmant Rouge musikalisch beziehen, per se immanent und konnte hier weiter gepflegt werden. Der Rhythmus treibt unaufgeregt voran, die Melodien und die Instrumentierung sind so verspielt wie konzentriert. Zum Album wurde damals angemerkt, dass es sich vom musikalischen Kontext nicht genug emanzipiere, mit den Referenzen zu US-Bands wie Tortoise und – immer wieder – den deutschen Klassikern des 1970er-Krautrocks. Aber: »Winzer« ist ganz bewusst so, will und soll so ein [...]."
The Gap: Hochpräziser Rock-Ausläufer – »Winzer« von Le Charmant Rouge wiederveröffentlicht (Martin Mühl, 2023), abgerufen am 06.07.2023 [https://thegap.at/le-charmant-rouge-winzer-reissue/]

23. November 2010
über: Dark Water - Le Charmant Rouge (Karate Joe Records, 2010)
"Das wirklich Spannende an der Band Charmant Rouge ist, dass eigentlich niemals vorhersehbar ist, welche Richtung sie musikalisch auf einem neuen Album einzuschlagen gedenkt. Keine Ausnahme macht da das Anfang dieses Jahres erschienene dritte Werk "Dark Water" (Karate Joe Rec.). Wie man es von der burgenländischen Formation gewohnt ist, hat sich diese einmal mehr radikal neu erfunden. Vom radiotauglichen Sound alter Tage ist rein gar nichts mehr zu hören, vielmehr regieren wohl strukturierter und spannend in Szene gesetzte Lärmeskapaden und mächtige Gitarrenwände [...]. "Dark Water" ist der Versuch experimentelle Rockmusik auf eine neue, avantgardistische Ebene zu heben. Die Songs von Charmant Rouge heben sich aufgrund ihres höchst eigenständigen Sounds erfreulicherweise deutlich von bekannten Mainstream-Popentwürfen ab und fordern den Hörer einfach dazu auf, sich mit ihnen auseinanderzusetzen."
mica-Musikmagazin: Charmant Rouge zu Gast im Fluc (Michael Ternai, 2010)

18. April 2003
über: Winzer - Charmant Rouge (Karate Joe Records, 2002)
"Nicht selten sind Musiker bei der Unterscheidung der beiden Begriffe »zitieren« und »kopieren« etwas schlampig und schöpfen so weit mehr als bloße Inspiration aus dem Schaffen ihrer Vorbilder, um schließlich und endlich eher zu Plagiaten denn zu Erneuerern geschätzter Traditionen zu werden. Der Band Le Charmant Rouge jedenfalls gelingt es, gerade noch elegant – wenn auch haarscharf – um die Kurve zu driften und ihre musikalischen Idole im gebührenden Licht erscheinen zu lassen, ohne das eigene kreative Potential in die Ecke zu drängen. Die Band - heute bestehend aus den drei Köpfen hinter dem jungen Wiener Label Karate Joe - wurde schon vor mehreren Jahren in Eisenstadt gegründet und veröffentlicht nun nach anfänglichen Noise-Attacken, einiger Zeit auf Eis und geringen personellen Veränderungen mit »Winzer« ein relativ straightes Instrumentalrockalbum (mit Ausnahme von Stück 1 keine Vocals), das sich eindeutig aus dem Krautgarten der Musikgeschichte speist und den omnipräsenten Helden von Neu! huldigt. Danach werden einige Jahre geskippt, die Reise führt weiter in die Recyclingmaschinerie Chicago, wo sehr laute Trans Am auf etwas leisere Tortoise treffen. Die Versatzstücke werden aufgebrochen, umgedeutet, neu zusammengesetzt und mit anderen Funktionen belegt. Die Band hat eine gerade Straße mit Schlaglöchern versehen und Fallstricke gespannt. Wenn Stücke in der Monotonie des konstanten Beats versumpfen zu drohen, kommen geradezu verboten poppige Bläsersätze um die Ecke, um schließlich in jazzige Gefilde abzudriften. Am Ende bleiben zarte Gitarrenklänge und Atmosphäre, sowie eine – nicht nur für österreichische Verhältnisse – bemerkenswerte Platte, wenngleich die Heldenverehrung bisweilen eine Spur zu weit getrieben wird."
skug: Winzer – Le Charmant Rouge (Philipp L'Heritier, 2003), abgerufen am 06.07.2023 [https://skug.at/t/le-charmant-rouge/]

Diskographie (Auswahl)

2023 Winzer - Le Charmant Rouge (Neuauflage; Konkord)
2010 Dark Water - Le Charmant Rouge (Karate Joe Records)
2004 Rosie Labouche - Le Charmant Rouge (Single; Karate Joe Records)
2004 Post No Bill - Le Charmant Rouge (Karate Joe Records)
2002 Winzer - Charmant Rouge (Karate Joe Records)

Literatur

mica-Archiv: Charmant Rouge

2007 Ternai, Michael: Charmant Rouge im rhiz. In: mica-Musikmagazin.
2008 Masen, Michael: mica-Interview mit Robert Pinzolits – Charmant Rouge. In: mica-Musikmagazin.
2008 Masen, Michael: Charmant Rouge im Rhiz. In: mica-Musikmagazin.
2010 Ternai, Michael: Charmant Rouge zu Gast im Fluc. In: mica-Musikmagazin.

Quellen/Links

SR-Archiv: Charmant Rouge
Facebook: Charmant Rouge
Bandcamp: Charmant Rouge

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 22. 11. 2023): Charmant Rouge. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db20.musicaustria.at/node/190383 (Abrufdatum: 22. 4. 2024).

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