Geißelbrecht Flora Marlene

Vorname
Flora Marlene
Nachname
Geißelbrecht
erfasst als
KomponistIn
InterpretIn
MusikerIn
Genre
Neue Musik
Klassik
Jazz/Improvisierte Musik
Subgenre
Folk
Instrument(e)
Viola
Harfe
Stimme
Violine
Geburtsjahr
1994
Geburtsland
Österreich

Flora Marlene Geißelbrecht © Camilla Geißelbrecht

"Flora Geißelbrecht, geboren 1994, ist eine österreichische Komponistin, Interpretin, Performerin und Texterin. Ihr besonderes Interesse gilt der Musik unserer Zeit und der Musik des Moments sowie der musikalischen und interdisziplinären Interaktion. Oft setzt sich ihre Musik mit Text, Sprache oder Stimme auseinander.

Als Bratschistin trat sie mehrfach solistisch bei Wien Modern und im Ensemble (z.B. Ensemble Modern, RSO Wien, Black Page Orchestra, Studio Dan) beim Unsafe and Sounds Festival, Impuls Festival oder den Wiener Festwochen auf. 2020/2021 war sie als Mitglied der Internationalen Ensemble Modern Akademie in Frankfurt tätig.

Ihre Werke wurden von Festivals wie der Styriarte und Interpret*innen wie dem Arnold-Schönberg-Chor, dem Ensemble Kontrapunkte, dem Ensemble Reconsil oder dem Max-Brandt-Ensemble in Auftrag gegeben und zur Uraufführung gebracht.

Seit 2020 tritt sie mit ihren Soloprogrammen für Bratsche und Stimme auf und wurde unter anderem mit dem Berlin Prize for Young Artists 2021 ausgezeichnet."
Flora Geißelbrecht: Biografie (2022), abgerufen am 27.07.2022 [https://www.florageisselbrecht.at/biographie/] bzw. per Rückmail von der Künstlerin (07/2022)

Stilbeschreibung

"Ich bin nicht sehr wählerisch, was Essen betrifft, aber bei der Musik, die ich höre, bin ich es doch. Wenn mich eine Musik langweilt, mache ich mir das Spiel und stelle mir ein Gericht dazu vor, und warum es mir gerade nicht schmeckt. [...] Ich beschreibe Musik einfach gerne über Geschmacksrichtungen. Auch zeitgenössische Musik lässt sich so gut beschreiben. Wenn manche Leute meinen, diese klänge doch immer so dissonant, dann vergleiche ich das gerne mit scharfem Essen. Es reizt, aber man kann sich daran auch gewöhnen und anderes dann als fad empfinden. Auch umgekehrt mache ich das manchmal. Also dass ich mir überlege, wie Essen klingen könnte und das dann als Materialsammel-Spielerei hernehme. Die Textur des Essens könnte zu einer Assoziation führen [...]. Ich finde es einen guten Weg, um auf klangliche Ideen zu kommen, die nicht unmittelbar durch das Spielen auf dem Instrument entstehen [...]. Ich bin eher eine analoge Person und kann oft mit elektronischer Musik nicht so viel anfangen. Aber das ändert sich gerade durch einen Kollegen in meinem Umfeld, der mich auf neue Spuren bringt. Auf Elektronik in seiner ausgeforschtesten, sensibelsten und bewusstesten Form bin ich schon gespannt. Dazu noch ein Essensvergleich: Ich habe zum Beispiel sehr lange nicht verstanden, was man an einem Granatapfel finden kann. Bis ich dann einmal in Aserbaidschan einen Granatapfel essen konnte. Seither mag ich den Geschmack von Granatäpfeln, auch wenn sie hier in Österreich nicht so aromatisch, süß und saftig schmecken. Wenn ich also eine klangliche Unverträglichkeit habe, habe ich vielleicht einfach noch nicht die beste Version davon probiert [...]. Spielraum ist ein wichtiges Thema für mich. Der zweite Teil des Stückes "G-la..S'b-la"s..e_n" ist sehr frei notiert, sowohl zeitlich als auch bezüglich der Tonhöhen. Abschnittsweise kommt das in vielen meiner Stücke vor, dass ich nur die zeitliche Abfolge von gewissen kleinen Patterns vorgebe. Man erzeugt so auch eine andere Form der Aufmerksamkeit bei den Musizierenden, sobald sie sich einmal auf diese interpretatorische Freiheit eingelassen haben. Durch die recht komplexen Partituren besteht gerade bei zeitgenössischen Stücken nämlich die Gefahr, dass man zu sehr auf die Noten konzentriert ist bzw. auf Dirigierende oder Impulsgebende. Ich versuche gerne, die Musizierenden in die kammermusikalische Interaktion zurückzuholen [...]."
mica-Musikmagazin: "Ich beschreibe Musik einfach gerne über meine Geschmacksrichtungen" – Flora Geißelbrecht im mica-Interview (Michael Franz Woels, 2022)

"[...] in jüngerer Zeit [wirken] Texte besonders inspirierend auf Flora Marlene Geißelbrecht. Texte und die Gefühle, die daraus entspringen. In der Kammermusik kann es auch schlicht die Besetzung sein: Da schöpfe sie das musikalische Material aus den möglichen Klangverbindungen, die ihr vorschweben. Doch wenn sie bei größeren Besetzungen alle Möglichkeiten habe, dann brauche es eine andere Inspirationsquelle. Ihre Kompositionen sind "eher in den feinen Klängen zu Hause - fein auch in den Klangfarben; überhaupt weniger in der äußeren als in der inneren Kraft. In meiner Musik ist immer alles im Fluss, sie hat wenig scharfe Kanten, dadurch dass alles aus der Bratsche kommt". Flora komponiert an der Bratsche, nicht am Klavier. "Natürlich abstrahiert im Kopf, aber es kommt trotzdem alles von der Bratsche", präzisiert sie. Sie nimmt eine Stimme mit der Bratsche auf, spielt eine zweite dazu, eine dritte singt sie. "Mein Kompositionsprozess ist recht improvisatorisch und experimentell; schauen: Was klingt für mich gut?""
Musikfreunde (Magazin der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien):
Wohin die Reise geht - Flora Marlene Geißelbrecht (Ulrike Lampert, 2019), abgerufen am 23.01.2021 [https://www.musikverein.at/magazin/2019/dezember/wohin-die-reise-geht]

Auszeichnungen

2011–2012 mehrfache 1. Preise bei landes- und bundesweiten Jugendkompositionswettbewerben
2014 anlässlich des Gedenkjahrs Bertha von Suttners - Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, Interessensgemeinschaft Niederösterreichischer Komponisten – INÖK: Kompositionspreis (Die Waffen nieder!)
2017 Wiener Filmmusikwettbewerb - Filmfonds Wien, Stadt Wien: Anerkennungspreis (im Team mit Tahir Ibishov)
2017 Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres der Republik Österreich: Stipendium "The New Austrian Sound of Music 2018–2019" (mit Alpine Dweller)
2019 Fidelio-Wettbewerb (MUK): Gewinnerin i.d. Sparte "Kreation"(So viel Sturm)
2019 Europäisches Forum Alpbach: Art Scholarship
2019 Soziale & Kulturelle Einrichtungen der austro mechana – SKE Fonds: Kompositionsförderung (Der Riss in der Tapete...)
2020 Amt der Oberösterreichischen Landesregierung: Talentförderungsprämie für Musik
2020 Stadt Wien: Arbeitsstipendium (Im Schatten verweilen; Scot&Ire), Kompositionsförderung (Überleben; Papagena)
2021 Soziale & Kulturelle Einrichtungen der austro mechana – SKE Fonds: Kompositionsförderung (Ephemeral - The origin of mind)
2022 Stadt Wien: Kompositionsförderung (Ur die Sonate!)
2022 Soziale & Kulturelle Einrichtungen der austro mechana – SKE Fonds: Kompositionsförderung (Der wunderbare Tivoli)
2022 Berlin Prize for Young Artists - VAN Magazine, Bank Julius Bär, Berlin (Deutschland): Gewinnerin (mit dem Soloprogramm " Viola & Voice, Sibyls & Syllables")
2022 Outhere-Recording-Prize - Outhere Music, Berlin (Deutschland): Gewinnerin
2022 Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres der Republik Österreich: Stipendium "The New Austrian Sound of Music 2023–2024"

Ausbildung

2008–2012 Kompositionsunterricht (Helmut Schmidinger)
2012–2016 Universität für Musik und darstellende Kunst Graz: Musiktheorie und Komposition - BA
2013–2017 Universität für Musik und darstellende Kunst Graz: Kompositions- und Musiktheoriepädagogik (Gerd Kühr) - BA
2013–2017 Universität für Musik und darstellende Kunst Graz: Konzertfach Viola (Christian Euler) - BA
2016–2017 Institut für Kulturkonzepte, Wien: Lehrgang "Karriereentwicklung im Bereich Kulturmanagement" - Zertifikat
2017–2020 MUK – Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien: Viola (Julia Purgina); Schwerpunkt "Zeitgenössische Musik" - MA
2020–2021 Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main (Deutschland): Masterstudiengang "IEMA – Internationale Ensemble Modern Akademie"
2022–heute Anton Bruckner Privatuniversität Linz: Jazz und improvisierte Musik Viola (Andreas Schreiber, Peter Herbert) - MA

Tätigkeiten

2014–heute freiberufliche Musikerin, Interpretin, Komponistin (Improvisation, Arrangements)
2018–2019 Alpine Dweller: Tourneen durch Skandinavien, Deutschland, Nepal, Indien, Ägypten und die Türkei
2019 Jahreskonferenz - Österreichische Gesellschaft für Musikwissenschaft: Vortragende ("Der Interpret im schöpferischen Stromkreis – Pros und Kontras der Freiheit der Interpretierenden")
2019–2020 MUK – Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien: Projektassistentin
2021 Seminar "Shaping the sound" - Europäisches Forum Alpbach: Leiterin gemeinsam mit Anna Maria Niemiec, Hannes Schöggl)

mehrfach solistische Auftritte als Bratschistin, u.a. bei Wien Modern, UNSAFE + SOUNDS, Impuls Festival, Wiener Festwochen

Mitglied in den Ensembles/Orchesters
2010–heute Ensemble Saitenwanderer: Bratschistin, Violinistin (gemeinsam mit Camilla Geißelbrecht (vc, vagb, voc), Clara Hamberger (pf, git), Luise Hamberger (db))
2014–heute Alpine Dweller: Bratschistin, Harfe und Stimme (gemeinsam mit Joana Karacsonyi (vc, voc), Matthias Schinnerl (git, uke, maultr, voc))
2019–heute Milleflör: Bratschistin, Harfistin, Sängerin (gemeinsam mit Camilla Geißelbrecht (vc, vagb, uke, voc))
2019–heute Mädel und Wiesel: Bratschistin, Sängerin (gemeinsam mit Anna Maria Niemiec (vc, voc))
2020–2021 Internationale Ensemble Modern Akademie – IEMA, Frankfurt am Main (Deutschland): Violistin
2020–heute Soloprojekt Viola und Stimme
2020–heute arTemporis – performing art collective: Bratschistin, Komposition (gemeinsam mit Hannes Schöggl (Gründer, Komponist, perc), Miriam Budzáková (Tanz, Choreografie), Ella Pelloquin (Tanz, Choreografie), Anna Maria Niemiec (vc), Andrej Štepita (Tanz, Choreografie))
2022–heute Flora Geißelbrecht & Paul Schuberth Solo/Solo/Duo: Bratschistin (gemeinsam mit Paul Schuberth (acc))

Aufträge (Auswahl)

2013 anlässlich des Gedenkjahrs Bertha von Suttners 82014) - Allegro Vivo / Internationales Kammermusik Festival Austria: Die Waffen nieder!
2016 Konzertreihe "Kammermusik im Vituskircherl", Regau: Linien- und Strichquartett
2017 Donaufestwochen im Strudengau: Drei Reisende
2019 CrossNova Ensemble: Mose (Exodus), Kapitel 16
2019 Ensemble Kontrapunkte: Der Riss in der Tapete...
2020 Styriarte: Die Musen vom Parnass
2020 Stadt Eferding: Die Keplerin
2021 between feathers ensemble: G-la..S`b:la‘‘s..e_n
2021 Styriarte: Styriarte Fanfare
2021 Ensemble Art House 17: Ephemeral - The origin of mind
2021 between feathers ensemble, Wien: G-la..S'b:la"s..e_n
2022 Styriarte: Somnium: Reise nach Levania
2022 Ensemble Art House 17: Der wunderbare Tivoli

Aufführungen (Auswahl)

2009 Paracelsusstrio, Thalheim: Arthropoda (UA)
2010 Ensemble Saitenwanderer, Mozarteum Salzburg: Loups-Garous (UA)
2010 Versus Quartett - Sonderkonzert "Jugend komponiert" - aspekteSALZBURG, Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg, Wiener Saal Salzburg: Quartett in X (UA)
2011 Milan Radic (va), Mozarteum Salzburg: Brat-sche (UA)
2012 Viola Geißelbrecht (pf, voc), Eferding: Botschaft (UA)
2012 Ardia Statovci (pf), Anja Kronreif (tsax), Brigitta Bürgschwendtner​​​​​​​ (db) - Konzert "aspekteSPIELRÄUME", Preisverleihung "Jugend komponiert" - aspekteSALZBURG, Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg, Mozarteum Salzburg: In Entwicklung (UA)
2012 Anna Maria Pammer (s), Ensemble Spektren - anlässlich des Weltfrauentags - Treffpunkt Neue Musik Ö1, ORF/Landesstudio Oberösterreich: Junges Gemüse (UA)
2014 Ensemble Saitenwanderer, Anton Bruckner Privatuniversität Linz: Asking a shadow to dance (UA)
2014 Flora Marlene Geißelbrecht (va), Paul Schuberth (acc), Anton Bruckner Privatuniversität Linz: Indeed (UA)
2014 Viola Geißelbrecht (s), Andrea Wögerer (pf), Wels: Der Mond ist ein Vanillekipferl (UA)
2014 Wolfgang Holzmair (bar), Academia Allegro Vivo, Bijan Khadem-Missagh (dir): Die Waffen nieder! (UA)
2014 Raphaela Pachner (va), Anna Gruchmann (db), Junge Camerata Oberösterreich, Sebastian Riedl (dir): Lieblingswörter (UA)
2014 Camilla Geißelbrecht (s), Viola Geißelbrecht (s), Andrea Wögerer (pf), Eferding: Der Seufzer (UA)
2015 Ensemble PPCM (StudentInnen) - Sophia Goidinger‐Koch (vl), Stephanie Schoiswohl (sax), Eduardo Enrique Antiao Barria (vc), Johannes Feuchter (bcl), Jonathan Heilbron (db), Dominik Matzka (Djembe), Chris Yi (Tänzer, Choreographie), MUMUTH Graz: Unter die Haut (UA)
2016 Quartetto Serioso - Konzertreihe "Kammermusik im Vituskircherl", Regau: Linien- und Strichquartett (UA)
2017 OÖ. David-Trio - Donaufestwochen im Strudengau, Strindbergmuseum Saxen: Drei Reisende (UA)
2018 Flora Marlene Geißelbrecht (va), TheaterstudentInnen der MUK, Theater Akzent Wien: So viel Sturm (UA)
2018 Ensemble Reconsil Wien, Gols: ...Nein! (UA)
2018 Anais Tamisier (vl), Marianna Oczkowaska (vl), Lena Fankhauser (va), Mara Kronick-Achleitner (vc) - Composers' Lounge #15: MusicaFemina - ACOM – Austrian Composers Association, Schloss Schönbrunn: Linien- und Strichquartett
2018 Insamble, Ernesto Insam (dir), Paris (Frankreich): Anfänge (UA)
2019 CrossNova Ensemble, Wels: Mose (Exodus), Kapitel 16 (UA)
2019 Flora Marlene Geißelbrecht (va) - Europäisches Forum Alpbach: Grenzenlos (Meditation) (UA)
2020 Ensemble Kontrapunkte, Peter Keuschnig (dir), Musikverein Wien: Der Riss in der Tapete... (UA)
2020 Flora Marlene Geißelbrecht (va, voc) - Kammermusikfest Lockenhaus: Im Schatten verweilen (UA)
2020 Flora Marlene Geißelbrecht (va, voc) - Arik Brauer Kunstsammlung, Wien: Überleben (UA), Papagena (UA)
2020 Barbara Pöltl (s), Dorit Machatsch (s), Maria Wester (ms), Verena Gunz (ms), Feride Büyükdenktas (a), Annette Schönmüller (a), Spafudla, styriarte Festspiel-Orchester, Alfredo Bernadini (dir) - Eröffnungskonzert - Styriarte, Helmut List Halle Graz: Die Musen vom Parnass (UA)
2021 Flora Marlene Geißelbrecht (va), Anna Maria Niemiec (vc), Hannes Schöggl (vib) - Europäisches Forum Alpbach: De-Fence (UA)
2021 Internationale Ensemble Modern Akademie, KunstKulturKirche Frankfurt (Deutschland): Trio für Streichinstrumente (UA)
2021 arTemporis, DAS OFF-THEATER Wien: Please hold the line (UA)
2021 between feathers ensemble, Pfarrkirche St. Florian Wien: G-la..S'b:la"s..e_n (UA)
2021
Kurt Körner (tp), Elias Stübler (tp), Petra Triebl (tp), Christian Godetz (pos), Wolfgang Tischhart (pos), Christian Pollheimer (dr) - Auftakt am Vorplatz - Styriarte, Amor und Psyche Fux.OPERNFEST Vol. 4, Graz: Styriarte Fanfare (UA)
2021 Georg Kroneis (va, voc) - via Live-Stream, Porgy & Bess Wien: Ephemeral - The origin of mind (UA)
2021 Flora Marlene Geißelbrecht (va, voc), Elbphilharmonie Hamburg (Deutschland): Ur die Sonate! (partielle UA)
2022 Ensemble Arthouse17 - Styriarte Studio, Graz: Der wunderbare Tivoli (UA)
2022
Arnold Schönberg Chor, Erwin Guido Ortner (dir) - Styriarte, Pöllau: Somnium: Reise nach Levania (UA)

Pressestimmen

06. Juli 2022
"[...] »Hallo, ich bin Flora und ich bin ein Instrument« – diese kurzen Worte als Auftakt zu Flora Marlene Geißelbrechts in der Berliner Villa Elisabeth präsentiertem Soloprogramm Viola and Voice, Sybils and Songs waren nicht nur Begrüßung, sondern brachten die ganze Konzeption wienerisch salopp auf den Punkt. Die junge Oberösterreicherin bespielt sich also selbst, ihr Körper, ihre Stimme und ihre Hände werden zum musikalischen Handwerkszeug, mit der sich die komponierende Performerin ihrem Publikum präsentiert. In Personalunion von Sopranistin und Bratschistin werden die namensgebenden Sibyllen zum roten Faden von zungenrednerischer Kryptik zu Dada-Späßen über virtuosen Bratschensoli: in Form ihrer mitreißenden Eigenkomposition Im Schatten verweilen, die ein gesprochenes Gedicht aus Geißelbrechts Feder auf einen überraschend gut funktionierenden Hybrid aus zeitgenössischer Viola und schmissigem Groove setzt, oder von Werken von Arlene Sierra, Sally Beamish, Giacinto Scelsi oder dem ihr auf den Leib gezüchtete Phönix von Rudolf Jungwirth. Doch es sind vor allem ihre eigenen Stücke – da waren noch eine Vertonung des Scherzos aus Kurt Schwitters Ursonate und das Stück Scots&Ire –, die überzeugten und die Performerin nicht nur als vielseitig besaitetes Instrument, sondern auch als eine schon jungen Jahren beeindruckend ausgeprägte Künstlerpersönlichkeit offenbarten [...]."
VAN Magazine: »Die Kombination aus Stimme und Streichinstrument zu lernen, ist wie ein neues Instrument zu lernen.« (Felix Linsmeier, 2022), abgerufen am 27.07.2022 [https://van-magazin.de/mag/flora-geisselbrecht/]

01. August 2021
"[...] Der zweite Teil des Konzertes katapultierte die Zuhörer von der Barockzeit unmittelbar ins Jahr 2021. "Flora Geißelbrecht komponiert Gegenwartsmusik für Instrumente, die ihre besten Zeiten eigentlich hinter sich haben", stellte Sprecher Thomas Höft fest. Als deutsche Erstaufführung spielte der österreichische Musiker, Schauspieler und Performancekünstler Georg Kroneis auf der Viola da Gamba das Stück "Ephemeral – The Origin of Mind" zu dem er selbst den Text geschrieben hatte. Seine dunkle, expressive Stimme zog das Publikum in ihren Bann und regte dazu an, sich mit dem "Ursprung des Bewusstseins", Wissen, Glauben und Erfahrungen auseinanderzusetzen [...]."
Westfälische Nachrichten: Barockes und eine Erstaufführung (Brigitte Striehnund, 2021), abgerufen am 27.07.2022 [https://www.wn.de/muensterland/kreis-steinfurt/tecklenburg/barockes-und-eine-erstauffuhrung-2403636]

03. Juli 2020
"[...] Kompromisslos unterhaltsam war das eröffnende Instant-Musiktheaterstück von Flora Geißelbrecht (Musik) und Thomas Höft (Text). Erst Mitte Juni beauftragt, war Die Musen vom Parnass schon nach einer Woche fertig. Und also umschwirrten sechs Musen die Eröffnungsredner und trällerten sich, von Lilli Hartmann mit Verve in grellem Bad-Taste-Look aufgetakelt, originell durch die Jahrhunderte [...]."
Der Standard: Styriarte: Schon heute ein besseres Morgen (Stefan Ender, 2020), abgerufen am 23.01.2021 [https://www.derstandard.at/story/2000118492534/styriarte-schon-heute-ein-besseres-morgen]

03. Juli 2020
"[...] Bundespräsident Alexander van der Bellen, Vizekanzler Werner Kogler, Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer und der Grazer Kulturstadtrat Günter Riegler [...] wurden mit ihren Ansprachen zum Teil eines "Dialoges zwischen Kunst und Politik" [...]. Teil dieses Dialogs waren [...] auch sechs widerspenstige Musen. Erst wenige Wochen vor der Eröffnung hatte Dramaturg Thomas Höft die Arbeit an der Polit-Kurzoper "Die Musen vom Parnass" begonnen, innerhalb von nur vier Tagen hat die österreichische Komponistin Flora Geißelbrecht das Werk für sechs Frauenstimmen fertiggestellt. Das Resultat ist vor allem eine beherzte und mitunter auch humoristische Intervention, ein musikalisches Gegengewicht zur Männerlastigkeit bei den Festrednern. Und so stellen diese Musen [...] auch ein Symbol für das dar, was Kunst - in Zeiten von Corona mehr denn je - sein muss; kritisch, meinungsstark, lästig, stur und bei aller Schönheit trotzdem nie gefällig. Und so sorgen die unbändigen Musen für eine gute Durchmischung und einen gelungenen Dialog zum Beginn des Festivals."
Kurier: Die Musik ist ein Geschenk der unbändigen Musen (R. Schwarz/Ch. Hartner, 2020), abgerufen am 23.01.2021 [https://styriarte.com/wp-content/uploads/2020/07/die-musen-vom-parnass_die-geschenke-der-nacht_krone.pdf]

02. Juli 2020
"Als Mathis Huber, der mutig findige Intendant des steirischen Musikfestivals styriarte, am Mittwoch zu seiner Grußadresse ansetzen wollte, fielen ihm von der Höhe der Helmut-List-Halle in Graz die sechs "Musen vom Parnass" mit einem madrigalesken "Gradus ad Parnassum" ins Wort. Sie stiegen in der Folge herab zu den Menschen im Saal [...] samt Honoratioren, vom Bundespräsidenten abwärts bis zum Grazer Kulturstadtrat. In kurzen Sentenzen griffen sie das Lob des künstlerischen Patrons (und Verfassers des Lehrwerks "Gradus ad Parnassum") auf, des [...] Komponisten Johann Joseph Fux [...]. Sie mahnten aber, im A-cappella-Sechsgesang, zwischen Ernst und humorvollen Sidesteps auch die Spannungen zwischen Politik und Kultur an. In wenigen Tagen nur hatte dieses Vorspiel textlich der styriarte-Dramaturg Thomas Höft und klanglich die junge Komponistin Flora Geißelbrecht als eine Art Intermedium zwischen originalen Barock-klängen, einer "interkulturellen" Fusion aus Barock und Volksmusik (die Gruppe Sparafudla) und eingebetteten Eröffnungsreden geschrieben - zur Eröffnung der ersten österreichischen Festspiele nach dem Lockdown [...].
Salzburger Nachrichten: Die Musen vom Parnass greifen ein (Karl Harb, 2020), abgerufen am 23.01.2021 [https://www.sn.at/kultur/musik/die-musen-vom-parnass-greifen-ein-89662018]

12. September 2019
über: "Among Others (No Fear Records)
"Zwei Musikerinnen und ein Musiker, die authentisch miteinander spielen, neue musikalische Räume erkunden und das Publikum mit auf eine Reise nehmen. So kann man die österreichische Band ALPINE DWELLER bei einem Konzert erleben. Ist es möglich, solche Spielfreude auf einen Tonträger zu pressen? Es geht, das überzeugende Ergebnis liegt nun vor und heißt "Among Others" (erschienen bei ihrem eigenen Label). [...] Elemente aus Pop, Folk bzw. traditioneller Musik ergeben die Musik eines imaginierten Landes? Vielleicht. „In my thoughts I am in Happyland“, singen Alpine Dweller im Stück „Sonne“. Sekunden später pfeifen sie und erinnern dabei an quakende Frösche – das geht sich alles miteinander aus und wird zu einem größeren, eigenständigen Ganzen. Atmosphärisch ähnlich gelagerte Werke haben in den letzten Jahren Herbert Pixner und Birds Against Hurricanes vorgelegt, somit wächst hier auch Konkurrenz für Alma heran. [...]"
mica-Musikmagazin: ALPINE DWELLER – "Among Others" (Jürgen Plank, 2019)

22. Juli 2016
"Drei aus den Bergen - ein Phänomen. Mit Leichtigkeit gelingt es diesem jungen steirisch-oberösterreichischen Gespann, eine faszinierende Mischung aus Experimental-Folk und Minimal-Pop auf die Bühne zu bringen, die fesselt und bezaubernde Soundtracks zu Stimmungslagen entstehen lässt: ein Ohrenschmaus! Joana Karácsonyl, Flora Geißelbrecht und Matthias Schinnerl zeigen ihr Können mit Gitarre, Ukulele, Maultrommel, Cello, Viola, Harfe, Percussion – und von Zeit zu Zeit auch gerne bewusst akustisch. Was für die einen beim Zuhören melancholisch wirken mag, ist für die anderen ein alpines Grundgefühl, das überhaupt nichts mit Traurigkeit zu tun hat, sondern vielmehr mit einer Sehnsucht, die zu einem selbst zurücktaktet. [...]"
mica-Musikmagazin: ALPINE DWELLER – magische Klänge und stimmungsvolle Momentaufnahmen (Alexandra Leitner, 2016)

Diskografie (Auswahl)

2020 Trinity - Alpine Dweller (online-EP; No Fear Records)
2020 Sonne - Alpine Dweller (online-EP; No Fear Records)
2020 Ö1 Studio 2 Radiosession (Live) - Alpine Dweller (No Fear Records)
2019 Among Others - Alpine Dweller (No Fear Records)
2019 Change - Alpine Dweller (online-EP; No Fear Records)
2016 Demo Record - Alpine Dweller

Tonträger mit ihren Werken
2020 Unlimited - CrossNova Ensemble (ORF Edition Ö1) // Track 3: Moses (Exodus) Kapitel 16
2014 Mozart / Strauss / Geisselbrecht - Wolfgang Holzmair (bar), Matthias Schorn (cl), Academia Allegro Vivo, Bijan Khadem-Missagh (dir) (Gramola) // Track 5: Die Waffen nieder!

Literatur

mica-Archiv: Flora Geißelbrecht
mica-Archiv: Alpine Dweller

2010 mica: Preisträgerkonzert Jugend komponiert 2010. In: mica-Musikmagazin.
2012 Ternai, Michael: Jugend gibt junge Musik. In: mica-Musikmagazin.
2017 mica: donauFESTWOCHEN im Strudengau 2017. In: mica-Musikmagazin.
2017 mica: FILM COMPOSERS’ LOUNGE #9 & Verleihung Wiener Filmmusik Preis 2017. In: mica-Musikmagazin.
2019 Lampert, Ulrike: Wohin die Reise geht - Flora Marlene Geißelbrecht. In: Musikfreunde (Magazin der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien), Dezember 2019, S. 40-43; abgerufen am 23.01.2021 [https://indd.adobe.com/embed/c23d6cad-4378-4554-b9bd-6f2877c5ae7c?startpage=1&allowFullscreen=true].
2020 Seierl, Antonia: AKTUELLE VERÖFFENTLICHUNGEN AUS POP/ROCK/ELEKTRONIK (03/20). In: mica-Musikmagazin.
2020 mica: Lockenhauser Kulturgespräche: Konstruktiver Umgang mit der Coronaviruskrise! In: mica-Musikmagazin.
2020 Woels, Michael Franz / Benkeser, Christoph: "Wir kommunizieren Emotionen" – CROSSNOVA ENSEMBLE im mica-Interview. In: mica-Musikmagazin.
2020 Doblinger Musikverlag: Flora Geißelbrecht: In und durch die Musik der Zeit. In: Doblinger Verlagsnachrichten: klang:punkte 50 (Winter 2020); abgerufen am 25.01.2021 [https://www.doblinger-musikverlag.at/files/doblinger-musikverlag/downloads/klangpunkte/KlangPunkte_50.pdf].
2022 mica: 2022 Auslandskultur: Jury nominiert 25 neue Acts für das Nachwuchsprogramm "The New Austrian Sound of Music (NASOM)" 2023/2024. In: mica-Musikmagazin.
2022 Giovetti, Olivia: That Moment of Thought: Stuff I’ve been hearing at the #BPFYA2021 finals. In: VAN Magazine (23.06.2022), abgerufen am 27.07.2022 [https://van-magazine.com/mag/berlin-prize-for-young-artists-2021-review/].
2022 Woels, Michael Franz: "Ich beschreibe Musik einfach gerne über meine Geschmacksrichtungen" – Flora Geißelbrecht im mica-Interview. In: mica-Musikmagazin.

Quellen/Links

Webseite: Flora Marlene Geißelbrecht
Facebook: Flora Marlene Dorothea Geißelbrecht
Soundcloud: Flora Geißelbrecht
Musikergilde: Flora Marlene Geißelbrecht
IMDb: Flora Marlene Geißelbrecht
YouTube-Porträtvideo: #BPFYA2021 Finalists: Flora Marlene Geißelbrecht (VAN-Magazine, 2022)
Webseite: Alpine Dweller
austrian music export: Alpine Dweller
Facebook: Alpine Dweller

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 2. 12. 2022): Biografie Flora Marlene Geißelbrecht. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db20.musicaustria.at/node/202421 (Abrufdatum: 7. 12. 2022).

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