Gzuz und die Frauen

Werktitel
Gzuz und die Frauen
Untertitel
Für Schauspielerin, Violine, Violoncello, Akkordeon und Klavier
KomponistIn
Entstehungsjahr
2020
Dauer
6m
Genre(s)
Neue Musik
Gattung(en)
Ensemblemusik
Besetzung
Quintett
Besetzungsdetails

Stimme (1), Violine (1), Violoncello (1), Akkordeon (1), Klavier (1)

Art der Publikation
Manuskript

PDF-Preview: Aron Ludwig

Beschreibung
"Der deutsche Rapper Gzuz ist einer der erfolgreichsten Rapper in der jüngeren Vergangenheit, Pop- Star und Kultfigur zugleich und Vorbild für viele junge Menschen. Er sitzt derzeit in Haft wegen Körperverletzung an seiner ehemaligen Freundin. Dies ist der Höhepunkt eines immer wieder- kehrenden sexistischen Verhaltens seinerseits und Anlass zur Komposition dieses Werkes. Gzuz' Name, als Anlehnung an die kirchliche Figur Jesus scheint dabei - ob gewollt oder nicht - kein Zufall zu sein: Längst haben Popstars als gesellschaftliche und moralische Instanz die Bedeutung der Kirche überholt und prägen die Gesellschaft, wie niemand sonst. Dabei tritt der Sexismus in der Popkultur immer wieder allzu deutlich hervor, sei es durch die objektifizierte Darstellung von Frauen in Musikvideos, durch kontinuierliche Herabwürdigen von Frauen in Texten oder gar durch gewalttätiges Verhalten, wie im Fall von Gzuz selbst. Die Medien begügen sich in der Aufarbeitung dieses Themas gern damit, eine allgemeine sexitische Kultur innerhalb der Hip-Hop Szene zu zeichnen, meist unter Aufzählung von Rapper*innen, die einen Migrationshintergrund haben und verfällt dabei nur allzu leicht in ebenso schädliche, rassistische Stereotype. Die Grundwerte des Hip-Hops aber sind seit je her Respekt, Antirassimus und Antiseximus! Keine andere Subkultur vereint so viele unterschiedliche Nationalitäten und reflektiert ihre eigenen Fehler so stark wie die Hip-Hop Community. Aus diesem Grund und dem Respekt vor einer Kultur, welche insbesondere in der Black Community enorme politische Kräfte freigesetzt hat, greife ich zum einzigen Mittel, welches ich für angemessen halte: Das Schweigen. Das Schweigen als Mittel, um Kritik an einer Kultur zu üben, die aufgrund kapitalistischer Zwänge immer wieder den reaktionären Kräften nachgibt und es so leider oftmals nicht schafft, die eigenen Ideale zu erreichen. Das Schweigen, um nicht immer alles kommentieren zu müssen, wo man eigentlich nichts beizufügen hat. Das Schweigen, um der Musik den Raum zu geben, eigenständig zu wirken."
Aron Fischer: Vorwort, abgerufen am 10.3.2022 [https://drive.google.com/file/d/1e57tLz5PzGhGrQMV_E5MldiyAtLSpqPB/view]

Uraufführung
22. Januar 2020 - Wien, Arnold-Schönberg-Center
Mitwirkende: Ensemble Wiener Collage, René Staar (Leitung)

Aufnahme
Titel: Gzuz und die Frauen
Plattform: Soundcloud
Herausgeber: Aron Ludwig
Mitwirkende: Ensemble Wiener Collage, René Staar (Leitung)

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 10. 3. 2022): Ludwig Aron . Gzuz und die Frauen. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db20.musicaustria.at/node/204981 (Abrufdatum: 5. 2. 2023).